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Medaille2021«Was für ein Tag … unbeschreibliche Emotionen!» schreibt Fadri Janutin unmittelbar nach dem Gewinn der Silbermedaille an der Juniorenweltmeisterschaft in Bulgarien auf seiner Homepage – und stellt sich uns, bereits wieder zu Hause, für ein längeres Interview zur Verfügung.

Zunächst und vor allem, lieber Fadri: Ganz herzliche Gratulation zum Gewinn der Silbermedaille in Bansko. Zweifellos ein emotionales Highlight in Deiner bisherigen Karriere.

Fadri Janutin: Ja, für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, ein Traum, den ich schon als kleines Kind hatte. Wie oft hört man Sportler nach einem Erfolg sagen, sie könnten ihr Glück gar noch nicht richtig fassen, schon gar nicht in Worte. Nun kann ich das verstehen, meine Stimmungslage ist unbeschreiblich – unbeschreiblich gut.

Wie hast Du Deine WM-Medaille gefeiert? 

Fadri Janutin: Ich habe natürlich mit meiner Familie und meiner Freundin mehr als nur ein Glas Wasser getrunken. Doch die Corona-Pandemie ist noch nicht endgültig überwunden. Eine grössere Feier war und ist also gar nicht möglich. Später würde ich dies gerne nachholen, um mich bei allen zu bedanken, die mich unterstützt haben. Und das sind viele. 

Du kannst hoffentlich noch öfters an einer Sportlerehrung teilnehmen…

Fadri Janutin: Ja, hoffentlich. Diese Medaille ist nicht nur ein emotionaler Höhepunkt, sondern stellt auch in meiner sportlichen Karriere einen wichtigen Schritt in die vorgegebene Richtung dar, denn damit verbunden ist die Aufnahme ins B-Team von Swiss Ski. 

Drehen wir, um Deine Leistungsentwicklung einstufen zu können, das Rad der Skigeschichte ein Jahr zurück. Wie hast Du die Absage der letztjährigen Junioren-WM verkraftet?

Fadri Janutin: Natürlich war das eine grosse Enttäuschung. Ich fühlte mich super in Form und musste die Saison abrupt abbrechen. Doch es gehört zu meinem Naturell, dass ich auch in einer solchen Situation versuche, das Positive zu sehen und nach vorne zu schauen. Zum einen befand ich mich im Vergleich zu vielen anderen Junioren in einer privilegierten Situation, weil ich bereits einmal an einer WM teilnehmen durfte und nochmals eine Chance bekommen würde. Zum anderen kam ich zu einer längeren Erholungsphase und hatte zusätzlich Zeit, mich körperlich weiter zu verbessern.

Und dies ist Dir gelungen?

Fadri Janutin: Ich fühle mich wesentlich kräftiger und fitter als vor einem Jahr. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt die Spitzensportler-RS in Magglingen. Das war für mich eine grosse Chance, die ich zu nutzen wusste.

Der allerdings auch Deine berühmten Dreadlocks zum Opfer gefallen sind…

Fadri Janutin: Ja, in Sachen Frisur setze ich im Moment in Form einer Kurzhaar-Frisur ganz auf das Gegenteil. Die Frisur spielt aber keine Rolle, wichtig ist, dass sich mein Wesen nicht verändert, dass ich trotz grosser Leistungsbereitschaft eine positive Lebenseinstellung und einen gewissen spielerischen Zug bewahren kann. 

Bist Du mit dem – bis zur WM – Erreichten zufrieden?

Fadri Janutin: Ich konnte mich im Europacup eindeutig verbessern. Nachdem ich letztes Jahr im Slalom einen einzigen Top-20-Platz erzielte, klassiere ich mich nun regelmässig um Platz 20 herum und stiess am 28. Februar in Oberjoch erstmals in die Top 15 vor. 

Damit bin ich zufrieden, gleichzeitig weiss ich, dass ich noch nicht oben an der Kletterstange angelangt bin. Dies gilt auch für den Riesenslalom, wo ich einmal auf Platz 21 fuhr. 

Und dann kommt der 3. März mit Platz 29 im Super G an der Junioren-WM in Bansko. Entdeckst Du plötzlich eine neue Liebe zu den Speed-Disziplinen?

Fadri Janutin: Nein, keineswegs. Meine Leistung ist in Ordnung, aber mehr auch wieder nicht. Ich nutze einfach die Möglichkeit, um den Hang in Bansko rennmässig besser kennenzulernen. 

Das gelingt. Rang 5 im Riesenslalom am folgenden Tag. Das Optimum?

Fadri Janutin: Unbedingt. Ohne zusätzliches Riesenslalomtraining darf ich keine noch bessere Leistung von mir erwarten. Swiss Ski und ich setzen dieses Jahr ganz auf den Slalom. Das bewährt sich, im Europacup und auch an der Junioren-WM.

Bei Halbzeit liegst Du zeitgleich mit einem Amerikaner an der Spitze…

Fadri Janutin: Nach einem flüssigen ersten Lauf fahre ich über die Ziellinie, sehe es grün aufleuchten – und weiss gleichzeitig, dass die nominell besten Fahrer bereits im Ziel sind. Ein spezielles Gefühl…

… zum nervös werden? 

Fadri Janutin: Obwohl ich beim zweiten Lauf als letzter Fahrer ins Rennen steige, bin ich nicht nervös. Nervosität ist nicht mein Problem, wenn schon neige ich ein bisschen zur Passivität. Diesmal aber überwinde ich das unbewusste Gefühl, das gute Zwischenergebnis verwalten zu müssen. Wiederum gelingt mir ein ausgezeichneter Lauf. 

Mit dem Du Silber gewinnst – oder vielleicht doch Gold verlierst?

Fadri Janutin: Ben Ritchie ist nicht irgendjemand. Er fährt regelmässig Weltcup, auch schon in die Top 15. Ihn zu schlagen ist nicht unmöglich, aber er wird seiner Favoritenrolle mit einer starken Leistung gerecht. Ich gewinne Silber.

Wie geht es nun weiter?

Fadri Janutin: Am Montag möchte ich nach Österreich ins Training auf die Reiteralm fahren, wo später, nach zwei Riesenslaloms in Savognin, das Finale des Europacups steigt – für mich im Slalom und im Riesenslalom. Allerdings sind meine beiden Reisekoffer mit einem Teil der Ausrüstung noch nicht aus Bulgarien in der Schweiz angekommen. Leider ist meine Vize-Weltmeister-Medaille noch nicht Zuhause angekommen… 

Interview Andreas Schiendorfer

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